Die Nette: Stefanie Kloß mit Silbermond sogte für tolle Stimmung vor der Lindenbühne ©A.AlbrechtDas Heitere Open Air in Zofingen geht 2010 in die 20 Runde und hat am Freitag fulminant und ausverkauft begonnen. Es ist mein liebstes Open Air in der Schweiz, nicht nur, weil es vor der Haustür stattfindet, sondern auch wegen des vielseitigen Programmes und des wunderbaren Platzes auf dem Hausberg in Zofingen. Die Veranstalter verstehen es, den Riegel rechtzeitig zu schieben, so dass immer angenehme Platzverhältnisse herrschen, ausser man tummelt sich gleich vor der Bühne – aber das ist ja freiwillig. Viele Leute gehen aus Prinzip auf den Heitere, das Programm ist sekundär. Und genau dieser Umstand ergibt eine angenehme Sehen- und Gesehenwerden-Atmosphäre. Klar geht man auf den Berg, um Musik zu hören, aber nicht ausschliesslich. Man trifft nicht die Hardcore-Fans wie an anderen Konzerten, die Leute lassen sich vom Programm überraschen. Und genau das wurden sicher viele am Freitag, als Deborah Anne Dyer – bekannt als "Skin" (Bild unten) – von Skunk Anansie Vollgas gab. Vorher sorgte Stefanie Kloß (Bild oben) mit Silbermond für tolle Stimmung vor der Lindenbühne. Die Combo wusste mit ihrem deutschen Rock das Publikum mitzureissen, Frontfrau Stefanie Kloß hatte die Heitere-Besucher im Nu im Sack, während auf der Parkbühne für Skunk Anansie aufgebaut wurde. Nach Silbermond spazierte das Volk gut gelaunt und amüsiert hinunter zur kleineren Bühne, wo Skin die Szene gleich mit Vollgas stürmte. Hier ging es ein gutes Stück härter zu als zuvor, was die einen freute, die anderen aber aus ihrem süssen Silbermond-Träumen riss. Auch textlich – jetzt natürlich wieder in englisch – geht es bei Skunk Anasie heftiger zur Sache – politisch, sexuell und sehr direkt. Das diese gegensätzlichen Bands mit ihren beiden Frontfrauen direkt aufeinander folgten, war sehr spannend – zuerst das nette, dann das böse Mädchen.
Die Böse: Skin stürmte die Bühne gleich mit Vollgas ©A.Albrecht
P.S. Für mich persönlich war der Auftritt von Sens Unik, der wiedervereinten Rap-Truppe um Carlos Leal (Bild) aus Lausanne, ein Höhepunkt. Zu meinen DJ-Zeiten haben wir "to the moon pleace" rauf- und runtergespielt. Der schnelle old-scool-Rap war ein Renner und er kam auch gestern sehr gut an – immer noch. Carlos Leal's Stimme kommt klar hinüber, für mich ist er nach wie vor der beste Rapper in der Schweiz – Stress oder Bligg hin oder her. Sens Unik hat sicher vielen heutigen Rap- und Hip-Hop-Combos der Schweiz als Wegbereiter gedient. Auch der Auftritt an und für sich – auf dem Bild gesellt sich Leal gerade zum Publikum – war trés sympa und im Gegensatz zu anderen Hip-Hopern überhaupt nicht überheblich. Laisse toi aller, sens unik.

Die Show hatte natürlich ganz andere Highlights, die Gäste zeigten von herrlicher Berner Satire (Heinz Däpp) über Berner Rap (Steff la Cheffe) bis zu einem akustischer Leckerbissen von Beatboxer Camero grossartige Auftritte. Für mich war das grösste Vergnügen aber, dass nebst der üblichen, schrägen Figur Alfie Battler auch der ebenso schräge Dr. W.B. Grünspan, der sonst nur auf Videoeinspielungen zu sehen ist, live zu erleben war (Bild unten). Die beiden witzigen Figuren wussten sich mit ihren Streitereien gegenseitig zur Hochform zu steigern. Ein herrliches, ungleiches Duo, dass der Nachtfieber-Show das Salz (und den Pfeffer) in die Suppe gibt.

Dann ging es für mich leider etwas bergab mit dem Gig. Das Trio donnerte – natürlich warteten viele darauf – ihre Hits vom 1983-er Album "Eliminator" runter. Für mich verkörperten Stücke wie "

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Übrigens wurde ich in Sachen Locations auch noch fündig: im schönen Jura fand ich eine wunderbare Strasse gesäumt mit alten Bäumen, ideal für geplante Aufnahmen. Ein Zustand, den man in der Schweiz normalerweise nicht mehr findet. Überall wurden die Bäume der Alleen abgesägt, damit niemand reinfährt. Offenbar wurden diese abgelegenen Orte, die ich heute fand, noch nicht von übereifrigen Sicherheitsexperten entdeckt und „entschärft“. Ich würde heutzutage wieder viel mehr Bäume entlang der Strassen pflanzen, möglichst starke und widerstandsfähige. Wer in diese reinfährt, hat offensichtlich ein Problem mit seiner Fahrweise. In der Evolutionslehre würde man das natürliche Selektion nennen. Wie auch immer, es gibt sie noch, diese lauschigen, schönen Strässchen, die wir sonst in Südfrankreich suchen gehen.
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oder eine “fuur” oder eine 9-er Z hätte keine Chance
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zwei Herzen schlagen in meiner Brust