Einleitung: Ihr habt Euch vielleicht schon gefragt, was denn ein "freier Fotograf" den lieben langen Tag macht. Den ganzen Morgen lang sitzt er bei Kaffee und Gipfeli mit Künstlerkollegen zusammen und referiert wichtig über Gott und die Welt, dann macht er ein paar "Föteli" um alsbald in den Apero zu gehen. Am Abend folgen dann Wein, Weib und Gesang bis in die Puppen. Mit meiner neuen Serie, die ich in unregelmäßigen Abständen veröffentlichen will, gewähre ich einen Einblick in meine vielseitige, aber manchmal durchaus auch anstrengende Arbeit als Fotograf, die ich auch nach über 20 Jahren auf keinen Fall mit etwas anderem tauschen möchte.
Mitten in der Nacht im Oltner Bahnhof an der Arbeit. Momente, die ich liebe.
Seit mehreren Tage befinde ich mich in einer never-ending-Story: Ich habe den Auftrag, für das Historische Museum Olten sämtliche Gewerbebetriebe in Olten abzulichten. Ein sehr schöner Auftrag, da ich in der Umsetzung völlig frei bin. Allerdings ist die Menge der Büros, Läden, Handwerkerbetriebe und ähnlichem fast schon uferlos. Ich dachte immer, dass ich die Dreitannenstadt kenne, aber ich finde immer wieder Betriebe, von denen ich noch nie gehört habe. Mittlerweile – die Vernissage der Ausstellung naht immer schneller – habe ich einen kleinen Roller gemietet und fahre sämtliche Quartiere in Olten ab. Bewaffnet mit zwei Kameras (Canon Eos 5D Mark II) bestückt mit einem 16-35 mm und einem 70-200 mm Objektiv rattere ich durch die Strassen und versuche, möglichst alle Betriebe zu finden. Zeigen möchte ich sie natürlich möglichst abwechslungsreich, einmal von innen, einmal nur das Logo, wenn es geht auch mal mit dem Besitzer. Technisch stellt der Job keine grossen Herausforderungen an mich, bin ich schnelles Fotografieren von meiner Zeit als Agenturfotograf doch gewohnt.
Interessant sind die Begegnungen, die man hat auf einem solchen "Trip" hat. Viele dunkle, skeptische Blicke treffen einen, wenn man im Schritttempo durch die Wohn-Quartiere rollt. Aber auch nette Grüsse und gar lustige Zurufe kommen vor. Auf absolute Ablehnung bin ich vor einem stadtbekannten Haus, das gleich mehrere Etablissements beherbergt, gestossen. Der jetzige Chef sass mit seinen albanischen Kollegen vor dem Haus im Sonnenschein, als ich mit meiner Kamera auftauchte. Mit einer verneinenden Geste missbilligte er mein Vorhaben, die Fassade des Hauses zu fotografieren. Als ich ihn darauf ansprach, ob er hier der Chef sei, antwortete er: "Ja, wenn Foto machsch, hesch sofort Problem." Er wollte nicht einmal wissen, um was es geht und markierte vor seinem Freunden den Big Boss.
Nachtaufnahme des schönen, alten Kinos "Lichtspiele" in der Altstadt
Im Gegensatz dazu gab es auch angenehmere Begegnungen wie zum Beispiel in einer alteingesessenen Drogerie, in der gerade die fast 90-jährige Besitzerin zugegen war. Zuerst wollte sie sich partout nicht fotografieren lassen, mit Hilfe der beiden Angestellten konnten wir sie aber doch überzeugen. Sie war dann auch mit dem Resultat zufrieden und gab mir mit den fürsorglichen Worten – "Ich sehe, sie brauchen das jetzt" – eine Rolle Traubenzucker mit auf den Weg. Die Ausstellung zum 125-Jahre-Jubiläum des Gewerbeverbandes Olten ist ab 9. Juni im historischen Museum zu sehen. Meine Arbeiten werden auf 6 Bildschirmen als Dia-Schauen präsentiert.
Rita von der Waadländerhalle bringt eine Rösti, die ich dann auch gleich verspeiste.
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Die Nette: Stefanie Kloß mit Silbermond sogte für tolle Stimmung vor der Lindenbühne ©A.Albrecht
Die Böse: Skin stürmte die Bühne gleich mit Vollgas ©A.Albrecht

Die Show hatte natürlich ganz andere Highlights, die Gäste zeigten von herrlicher Berner Satire (Heinz Däpp) über Berner Rap (Steff la Cheffe) bis zu einem akustischer Leckerbissen von Beatboxer Camero grossartige Auftritte. Für mich war das grösste Vergnügen aber, dass nebst der üblichen, schrägen Figur Alfie Battler auch der ebenso schräge Dr. W.B. Grünspan, der sonst nur auf Videoeinspielungen zu sehen ist, live zu erleben war (Bild unten). Die beiden witzigen Figuren wussten sich mit ihren Streitereien gegenseitig zur Hochform zu steigern. Ein herrliches, ungleiches Duo, dass der Nachtfieber-Show das Salz (und den Pfeffer) in die Suppe gibt.

Dann ging es für mich leider etwas bergab mit dem Gig. Das Trio donnerte – natürlich warteten viele darauf – ihre Hits vom 1983-er Album "Eliminator" runter. Für mich verkörperten Stücke wie "
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oder “Hier ein Traubenzucker, sie brauchen das”
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oder eine “fuur” oder eine 9-er Z hätte keine Chance
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