Überlegungen zur neuen Canon EOS 5DS

„Megapixelmonster“: Unsinn oder ein gutes Werkzeug

Nach langem Warten hat Canon nun endlich zwei hochauflösende Kameras vorgestellt: Die Canon EOS 5DS und EOS 5DS R. Die Kommentare und Mutmassungen über die neuen Geräte überschlagen sich im Web. Ich habe mir natürlich auch meine Gedanken gemacht zu diesen Geräten, auf die ich auch schon lange warte. Für mich ist es eigentlich klar, dass es ein Spezialgerät ist, dass nicht für einen Allroundfotografen geeignet ist.

Die Canon EOS 5 DS und DS R kommen mit über 50 MP Auflösung daher. Unsinn oder ein gutes Arbeitsgerät? Sicher keine Maschine für Allrounder, denke ich.

Ich warte schon lange auf eine Kamera dieser Art, sie wird aber nicht die EOS 5D MIII unserer Firma ersetzen, sondern die Nikon D800 (wenn sie dann wirklich gut funktioniert). Viele Fotografen, die ähnlich arbeiten wie ich, haben mittlerweile eine EOS 5D MIII oder eine EOS 1DX als „Grundkamera“ und eine Nikon D800/810 (36 MP) als zusätzliches Werkzeug für Jobs, die eine solche Auflösung erfordern. Dazu muss man sagen, dass man die Vorteile dieser hohen Auflösung nur mit wenigen Objektiven wirklich erreicht (in meinem Fall 85mm und das 35mm von Sigma). Mit diesen Objektiven ist es dann aber wirklich ein Vorteil für meine Jobs in Sachen Plakate oder Grossprints für Ausstellungen (200 cm Fine-Art-Prints in höchster Auflösung). Dafür ist die Nikon D800 viel empfindlicher auf Vibrationen und was leichte Unschärfe angeht (und man sieht es gleichzeitig auch besser). Dieser Umstand wird bei der 5Ds wahrscheinlich noch extremer sein. Canon hat ja sogar den Spiegel und den Gehäuseaufbau neu konstruiert, um Vibrationen (sprich Unschärfe) zu verhindern. Meine Erfahrung mit der D800 ist tatsächlich so, dass es schnell passiert, dass man eine leichte Unschärfe „erwischt“. Dann ist natürlich der Vorteil der hohen Auflösung dahin. Wenn ich kann, verwende ich immer Spielgelvorauslösung. Im Studio ist das keine Thema, weil das reine Blitzlicht meiner sehr schnellen Geräte die Situation einfriert. Ich würde die D800 nie für eine Reportage nehmen, hier kommt immer eine 5D MIII zum Einsatz.
Ich werde oft von Kaufinteressierten, die wissen, dass ich mit beiden Systemen arbeite, gefragt, was sie sich zulegen sollen. Ich empfehle fast immer die Canon EOS 5D Mark III, weil sie die beste Allroundkamera ist, die es bis anhin gab. Die meisten Hobby-Fotografen sind ja nicht auf ein Thema spezialisiert, sondern bewegen sich in verschiedenen Gefilden der Fotografie. Und auch jetzt muss ich sagen – ohne die Kamera gesehen zu haben – für Allroundfotografen wird die 5Ds nicht geeignet sein, sie warten besser auf ein Update der bestehenden EOS 5D oder kaufen sich eine günstige EOS 5 MIII, von denen es sicher viele gute Angebote geben wird ab Erscheinen der neuen Kameras.

Sehr scharf, aber schnell auch etwas unscharf

Ich konnte bei einem Treffen mit Olivier Vermeulen (CPS Schweiz) die EOS 5DS kurz ausprobieren. Ein tolles Gerät!

Ich habe durch meinen monatlichen Fotozirkel (www.photostream-olten.ch) regen Kontakt mit sehr aktiven Hobby-Fotografen mit entsprechenden Equipment. Oft habe ich schon raushören können, dass die Nikon D800 Besitzer etwas hadern mit ihrer „Diva“, die schnell mal etwas unscharfe Bilder liefert. Was den Dynamik-Umfang angeht, ist es wirklich so, dass Nikon (Sony) die Nase vorne hat. Aber ich muss sagen, dass das im Arbeitsalltag nur selten ins Gewicht fällt. Diesbezüglich bin ich gespannt, was die 5DS bieten wird.
Meine Fazit: Die 5DS wird eine Kamera sein, die eher für eine spezialisiertes Publikum (Landschaft, grosse Reproduktionen, Architektur) interessant sein wird. Die ISO-Zahlen sind in diesen Bereichen nicht so massgebend (ich bin mit meiner D800 noch nie über 400 ISO gegangen). Für Allround-, Aktion- und Sportfotografen wird die neue Kamera von Canon nicht geeignet sein. Ausserdem muss man sich die optimalen Objektive dazu leisten können/wollen, was eher für einen professionellen Einsatz spricht. Ich sehe die 5Ds eher als Ersatz oder Ergänzung zu einer Mittelformat-Ausrüstung mit der Flexibilität einer DSLR.

Nachtrag:

Unterdessen konnte ich kurz mit einem Vorserienmodell ein paar Aufnahmen machen. Leider durfte ich die Aufnahmen nicht mitnehmen, weil Canon das nicht will. Aber auf dem Display konnte man die Testbilder doch einigermassen beurteilen, was die Schärfe angeht. Die ist enorm, wenn man sie „trifft“. Ich machte Aufnahmen mit dem 100mm Makro IS und dem neuen 11-24mm. Gerade mit dem 100mm wurde meine Vermutung bestätigt, dass man sehr genau und bedacht arbeiten muss. Dann ist das Resultat aber beeindruckend. Dass 11-24mm ist toll, mir selber aber zu voluminös. Die Kamera selber ist eigentlich eine „normale“ EOS 5, also eine gute Kamera mit ein paar neuen Features. Ich freue mich auf unser bestelltes Gehäuse.

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Fotografie-Aktion

Fotografien nach „Manet“ im Kunstmuseum Olten

Im Rahmen des „Tag der Kultur“ am 10. Mai 2014 organisierte Ich zusammen mit dem Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes „Déjeuner sur l’herbe“ von Édouard Manet in Szene setzen.

„Déjeuner sur l’herbe“ von Édouard Manet

Es musste natürlich alles schnell gehen und die Leute konnten sich im kleinen Fundus ausstaffieren. Die Teilnehmenden hatten auch die Möglichkeit in ihren eigenen Kleidern posieren. Man durfte auch eine Version des Bildes eines anderen Malers nachstellen, deren es ja viele gibt. Fotografiert habe ich mit einer Canon Eos 5D MIII mit einem 70-200 mm Objektiv, ausgeleuchtet mit einer Elinchrome Blitzanlage. Als Hintergrund diente das Fenster zum Parkplatz auf dem Munzingerplatz. Das Interesse war gross und die Leute haben toll mitgemacht. Deshalb wiederholen wir die Aktion am 18. Mai anlässlich des Museumstages von 13 bis 17 Uhr im Kunstmuseum Olten.
Link zur Facebook-Veranstaltung

Bild vom Shooting im Kunstmuseum Olten

 

Fotografie-Aktion "Manet" im Kunstmuseum Olten

Im Rahmen des Tag der Kultur am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes Déjeuner sur l'herbe von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht, hier sind einige Beispiele dieses Shootings.

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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.
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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.
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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.
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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.
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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.
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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.
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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.
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Im Rahmen des "Tag der Kultur" am 10. Mai 2014 organisierte der Fotograf André Albrecht und das Kunstmuseum Olten ein besonderes Fotoshooting: Die Besucher konnten sich selber mit einer Gruppe im Studio im Kunstmuseum nach dem Vorbild des berühmten Bildes "Déjeuner sur l'herbe" von Édouard Manet in Szene setzen. Die Leute haben toll mitgemacht.

 

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Das Wetter macht, was es will

Manchmal klappt’s viel besser, wenn nichts klappt.

Zwei Tage versuchte ich mein geliebtes Hotel Vecchia Locarno von aussen ins rechte Licht zu rücken. Das Besitzerpaar Ueli und Silvia haben mich gefragt, ob ich ihr schmuckes Hotel mitten in der Altstadt Locarnos für einen Prospekt ablichten kann. Als bekennender Befürworter des Naturalienhandels erledigte ich diesen Job für „Übernachtungen“ in meinem Lieblingshotel im Tessin. Den Tauschhandel versuche ich immer mehr zu praktizieren in meinem Berufsleben. Ich finde es sympatisch, wenn mir die Leute für meine Arbeit etwas von Ihnen geben – warum soll man den Umweg über das Geld gehen, wenn es nicht nötig ist. So habe ich immer irgendwelche Konsumationsgutscheine für Restaurants, Arbeitszeit von meiner Grafikerin, Auftritte von ganzen Bands oder jetzt gar Logiernächte zu Gute. Natürlich muss man die normalen Jobs mit Rechnungen und mit Hilfe des üblichen Zahlungsverkehrs erledigen, in dieser Zeit der aus dem Ruder laufenden Finanzwirtschaft wird mir der Tauschhandel aber immer sympatischer. Zur Beruhigung aller Steuerfahnder muss ich aber sagen, dass der Anteil meiner Geschäfte dieser Art leider verschwindend klein ist und sich eine Untersuchung diesbezüglich absolut nicht lohnt.

Jetzt aber zur eigentlichen Geschichte, die ich erzählen will. Am zweiten Tag hatte ich Zeit, mich etwas zu vertun, da ich nur morgens und abends das Gebäude ablichten wollte. Also beschloss ich, in mein geliebtes Grotto Pedemonte in Verscio Mittag essen zu gehen. Mit dem Centovalli-Bähnchen fuhr ich ins Heimatdorf von Clown Dimitri um mit Entsetzen festzustellen, dass das wunderschöne Grotto zu hat. Hätte ich, wie eigentlich geplant, einen Töff gemietet, wäre ich gleich wieder weggefahren – aber auch die Miete klappte nicht am Morgen, die Maschine sei besetzt, hiess es. So steckte ich in Verscio für eine gewisse Zeit fest und ging halt ins andere Grotto, das mich – muss ich zugeben – bis anhin vom Namen her einfach nicht anzog. So betrat ich das „croce federale“, da draussen alles besetzt war, und fand mein Vorurteil optisch bestätigt: eine mit Holz getäferte, spiessige Bude à la 70-er Jahre. Als ich mich aber umsah, sah ich die vielen Einheimischen, die hier am Essen waren, und das sympathische Wirtepaar, das ziemlich im Stress war, aber trotzdem eine Herzlichkeit austrahlte. Ich entschied mich für das Mittagsmenue und bereute danach den zwangsweisen Planwechsel kein bisschen mehr: Als Vorspeise gab es ein kleines Tessinerplättli mit Salami und Co, dann einen schönen Salat und schlussendlich ein wunderbares Osso Bucco (Kalbshaxe) mit Spinat und Bratkartoffeln. Und das ganze – man höre und staune – für 15 Franken. Der Espresso machiato war so gut, dass ich gleich einen zweiten bestellte. Wie war ich froh, dass ich danach nicht auf ein Motorrad sitzen musste, sondern gemütlich mit dem Zug nach Locarno fahren konnte, um dann mit dem Schiff nach Ascona zu fahren.

Das Vecchia Locarno im Blitzgewitter

 Am Abend ging es gleich weiter mit Ungemach, das sich im Nachhinein als positiv erwies. Ich wartete bis ca 21.30 Uhr, um Nachtaufnahmen mit dem klassischen, tiefblauen Himmel der „blauen Stunde“ zu machen. Genau um diese Zeit braute sich zu meinem Ärger ein Gewitter zusammen und drohte über Locarno loszubrechen. Als ich sah, dass es hinter dem Gebäude zu blitzen begann, stellte ich die Kamera um, stellte auf 30 Sekunden Belichtung und versuchte eine Stunde lang, das Hotel mit einem Blitz im Hintergrund abzulichten. Das war sehr spannend und es gelang mir auf diese Weise eine aussergewöhnliche Aufnahme des Gebäudes. Manchmal klappt’s eben besser, wenn nichts klappt.
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„Wenn Foto machsch, hesch sofort Problem“

oder „Hier ein Traubenzucker, sie brauchen das“


Einleitung: Ihr habt Euch vielleicht schon gefragt, was denn ein "freier Fotograf" den lieben langen Tag macht. Den ganzen Morgen lang sitzt er bei Kaffee und Gipfeli mit Künstlerkollegen zusammen und referiert wichtig über Gott und die Welt, dann macht er ein paar "Föteli" um alsbald in den Apero zu gehen. Am Abend folgen dann Wein, Weib und Gesang bis in die Puppen. Mit meiner neuen Serie, die ich in unregelmäßigen Abständen veröffentlichen will, gewähre ich einen Einblick in meine vielseitige, aber manchmal durchaus auch anstrengende Arbeit als Fotograf, die ich auch nach über 20 Jahren auf keinen Fall mit etwas anderem tauschen möchte.

20110602-121828.jpgMitten in der Nacht im Oltner Bahnhof an der Arbeit. Momente, die ich liebe.

Seit mehreren Tage befinde ich mich in einer never-ending-Story: Ich habe den Auftrag, für das Historische Museum Olten sämtliche Gewerbebetriebe in Olten abzulichten. Ein sehr schöner Auftrag, da ich in der Umsetzung völlig frei bin. Allerdings ist die Menge der Büros, Läden, Handwerkerbetriebe und ähnlichem fast schon uferlos. Ich dachte immer, dass ich die Dreitannenstadt kenne, aber ich finde immer wieder Betriebe, von denen ich noch nie gehört habe. Mittlerweile – die Vernissage der Ausstellung naht immer schneller – habe ich einen kleinen Roller gemietet und fahre sämtliche Quartiere in Olten ab. Bewaffnet mit zwei Kameras (Canon Eos 5D Mark II) bestückt mit einem 16-35 mm und einem 70-200 mm Objektiv rattere ich durch die Strassen und versuche, möglichst alle Betriebe zu finden. Zeigen möchte ich sie natürlich möglichst abwechslungsreich, einmal von innen, einmal nur das Logo, wenn es geht auch mal mit dem Besitzer. Technisch stellt der Job keine grossen Herausforderungen an mich, bin ich schnelles Fotografieren von meiner Zeit als Agenturfotograf doch gewohnt.

Interessant sind die Begegnungen, die man hat auf einem solchen "Trip" hat. Viele dunkle, skeptische Blicke treffen einen, wenn man im Schritttempo durch die Wohn-Quartiere rollt. Aber auch nette Grüsse und gar lustige Zurufe kommen vor. Auf absolute Ablehnung bin ich vor einem stadtbekannten Haus, das gleich mehrere Etablissements beherbergt, gestossen. Der jetzige Chef sass mit seinen albanischen Kollegen vor dem Haus im Sonnenschein, als ich mit meiner Kamera auftauchte. Mit einer verneinenden Geste missbilligte er mein Vorhaben, die Fassade des Hauses zu fotografieren. Als ich ihn darauf ansprach, ob er hier der Chef sei, antwortete er: "Ja, wenn Foto machsch, hesch sofort Problem." Er wollte nicht einmal wissen, um was es geht und markierte vor seinem Freunden den Big Boss.

20110602-122853.jpgNachtaufnahme des schönen, alten Kinos "Lichtspiele" in der Altstadt

Im Gegensatz dazu gab es auch angenehmere Begegnungen wie zum Beispiel in einer alteingesessenen Drogerie, in der gerade die fast 90-jährige Besitzerin zugegen war. Zuerst wollte sie sich partout nicht fotografieren lassen, mit Hilfe der beiden Angestellten konnten wir sie aber doch überzeugen. Sie war dann auch mit dem Resultat zufrieden und gab mir mit den fürsorglichen Worten – "Ich sehe, sie brauchen das jetzt" – eine Rolle Traubenzucker mit auf den Weg. Die Ausstellung zum 125-Jahre-Jubiläum des Gewerbeverbandes Olten ist ab 9. Juni im historischen Museum zu sehen. Meine Arbeiten werden auf 6 Bildschirmen als Dia-Schauen präsentiert.

20110602-123113.jpgRita von der Waadländerhalle bringt eine Rösti, die ich dann auch gleich verspeiste.

 


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Das Spielzeug, das einfach nicht mit allen spielen will

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Nachdem ich mich lange geweigert habe, so ein iPad – ein iPhone für Sehbehinderte, wie ich es immer zu nennen pflegte – zu benützen, habe ich mir jetzt doch noch so ein Teil zugelegt. Das Schlechte gleich am Anfang: die Gründe, dass ich das Tablet von Apple bis anhin verschmähte, existieren nach wie vor. Man kann das Ding einfach nicht mit anderen Sachen verbinden, wie man will. Kein USB-Stick, keine externe Festplatte, nix da. Nach Meinung von Apple sollte alles über iTunes laufen. Die Firma Apple, die jahrzehntelang über Microsoft & Co geflucht hat wegen deren Kontroll- und Monopolgebaren baut heute Geräte, die dem User ziemlich genau vorgeben, was er darf und was nicht. In Sachen Kontrolle steht Apple in letzter Zeit ja auch nicht gerade abseits und steht regelmässig in den Schlagzeilen.
Also war ich in der ersten Zeit damit beschäftigt, wie man Apples Sperren umgehen kann. Hat man das endlich mal im Griff, hat man dann ein äusserst vielseitiges und sehr gutes Spielzeug zur Hand, das man aber tatsächlich auch zum Arbeiten gebrauchen kann.
Mit den entsprechenden Applikationen ausgerüstet, kann es das Notebook durchaus ersetzen: Beim Texte schreiben sowieso, aber auch was einfache Bildbearbeitung angeht, gibt es erstaunlich gute Apps für wenig Geld.
Ich benütze unter anderem Filterstorm Pro, das fast wie ein Mini-Photoshop daher kommt und (zumindest mit dem iPad 2) Bilder aus der Eos 5 Mark II verarbeiten kann.
Das heisst, für einen Presseanlass, bei dem ich nur schnell zwei, drei Fotos bearbeiten und verschicken muss, reicht mir das iPad. Für größere Reportagen allerdings ist es zu langsam und kommt an die Grenzen was Produktivität und Handling angeht.
Toll ist alles, was mit Email und Internet zu tun hat. Das verwalten seiner Emails ist sehr angenehm gelöst, surfen im Net macht Spass. Bis auf eine bittere Pille, die da wäre, dass auch das iPad wie sein kleiner Bruder iPhone keine Flash-Inhalte anzeigt. Hier liefert sich Apple einen mühseligen Machtkampf mit Adobe auf Kosten der User. So bleibt einen so manches Filmchen oder Animationen im Netz verborgen, manchmal gleich ganze Websites. Allerdings sind die selber Schuld, die ihre Websites mit aufwändigen Flash-Animationen vollpfropfen und die Leitungen mit riesigen Datenmengen lahmlegen.
Was sich bei mir immer mehr herauskristallisiert, ist, dass das iPad ein sehr gutes Portfolio ist. Kommt man mit fotointeressierten Leuten ins Gespräch, hat man gleich ein umfangreiches Portfolio zur Hand und kann seine Arbeiten auf ansehnliche Art und Weise präsentieren.
Wünschenswert wäre so etwas wie ein Explorer, die Daten kann man nur in den jeweiligen Apps verwalten, eine übergreifende Ordnerstruktur fehlt. Hier hilft das App Goodreader, das eine Art Tausendsassa in Sachen Daten laden, ansehen, verschieben usw. ist. Bei mir wurde der Goodreader zur eigentlichen Drehscheibe in meinem iPad.
Zusammen mit den Funktionen von Dropbox (Synchronisieren von Daten auf allen Geräten) muss man das Tablet eigentlich nie mehr an iTunes anschliessen, ausser man will (und sollte natürlich auch hin und wieder) ein Backup erstellen.
Fazit: ein geniales Spielzeug mit gutem Nutzen aber mit den leider unterdessen üblichen Apple-Sperren und Leitplanken. Offener wäre das iPad ein kleines Wunder-Gerät.

P.S. Diesen Blogeintrag habe ich übrigens auch auf dem iPad erstellt. Das geht also auch ganz gut.

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